Für euch

Stets beliebt: Jahresrückblicke! Kann man ganz allgemein halten, die soziale Situation anprangern, die Politik in den Fokus rücken oder ganz persönlich gestalten.

Ich halte mich lieber an Letzteres! Mein Großvater sagte immer, dass man besonders am Ende des Jahres, ehrlich zu sich und seinen Mitmenschen sein sollte, um den Kopf für Neues frei zu bekommen, um Platz im Herzen zu schaffen, um die Seele zu reinigen und um zu akzeptieren das Dinge nun mal geschehen und man es oft einfach geschehen lassen muss um Glück zu finden. Wie dankbar ich für diese Worte gerade dieses Jahr bin, kann ich ihm nicht mehr sagen, aber sie gewinnen heute Überhand. Kitschig, was?

Also was war 2019 für mich? Kurzum: Ein absolutes Hoch und Tief an Emotionen, an Ereignissen, an Entscheidungen, an Begegnungen.

Die Begegnungen bedingten die Entscheidungen und die Emotionen. Sie rissen mich mit und ließen mich oft mehr als ratlos zurück, mich selbst nicht wiedererkennend.

Aber es waren auch diese Begegnungen die mich stärkten, mich umarmten, mir sagten das alles gut wird, dass ich Träume verwirklichen soll, mich schubsten, mich aufhielten, mich nahmen wie ich bin, mich akzeptierten, mich schüttelten und mich am Ende doch liebten für das was ich bin.

Es war ein Begegnung die mich Anfang des Jahres ins Medizinstudium schickte, mit dem einfach Satz „Machs einfach“ und ich keine Begründung fand warum ich es nicht machen sollte. Das mir die Worte und Argumente ausgehen ist selten, aber bei diesem Menschen geschieht es regelmäßig, auch wenn ich ein „Lebensaufgabe“ bin. Ich danke dir für alles was du „angerichtet“ hast und ein Teil meines Herzens wird immer dir gehören weil ich dir dankbar auf unendlich vielen Ebenen bin. Du weißt das ich dich dafür immer lieben werde.

Das Twankenhaus folgte und ich lernte unfassbar tolle Menschen kennen, die an einer gemeinsamen Utopie fürs Gesundheitswesen arbeiten. Das, wofür ich im beruflichen und privaten immer alleine kämpfte traf auf eine Gruppe und ich fühlte mich weniger „machtlos“. Dieser Verein ist mehr als eine Ansammlung von illusionären Geistern, dieser Verein bedeutet Zukunft. Zukunft für ein marodes System, Zukunft und Hoffnung für eine ganze Berufssparte die jeder kennt aber völlig am Rande einer insuffizienten Politik steht und zusehen muss wie es tagtäglich schlechter wird. „Wir motzen nicht, wir bieten Lösungen“. DAS ist es was uns ausmacht! Absolut einmalig in diesem System, weil wir multiprofessionell sind und das auf Augenhöhe. Ich lieb euch alle für das was ihr seid! Jeden Einzelnen!

Eine weitere Begegnung folgte Mitte des Jahres und riss mich völlig mit, auf jeder Ebene. Es war ein bissl so als wenn ein Sturm auf unbefestigtes Land trifft. Es trifft dich, verwüstet deine Landstriche, bringt Mauern zum Einsturz und hinterlässt ein Trümmerfeld. Ich war auf dich nicht vorbereitet, selbst wenn man mich gewarnt hätte, ich hätte es abgetan und gesagt „Wird halb so schlimm werden“ und hätte keine Schutzmaßnahmen getroffen. Du brachst also über mich herein, hinterließt das besagte Trümmerfeld. Ich war wütend, auf dich, auf mich, auf Gott und die Welt. Wie oft ich dich verflucht habe und mich gleichzeitig bei mir selbst dafür entschuldigt habe, kann ich nicht mehr zählen. Das Chaos war dir irgendwann selbst bewusst aber du bliebst und ich fand Ruhe. Bei mir, an meiner Seite, warst du selbst die notwendige Schadensbegrenzung, ganz ohne Worte, weil du einfach nur da warst. Jeden Tag seitdem. Du bist Anker und Sturm gleichzeitig, aber ich habe gelernt damit zu leben, mal schlechter, mal besser. Wir reden nicht darüber und dennoch wissen wir um dieses Ereignis. Machmal braucht man aber auch keine Worte, es sind oft auch nur Kleinigkeiten und das Wissen das man jemand anderem wichtig ist.Es ist ein bisschen so, als würde man gemeinsam auf das Meer gucken, ruhig, entspannt, lächelnd. Du bist derjenige der es schaffte, ganz ohne Mühe, den Mörtel aus meiner Mauer zu kratzen und ich ließ es zu ohne die nächste Mauer hochzuziehen. Für das Chaos mache ich dich nicht verantwortlich, daran bin ich selbst schuld, aber ich bin glücklich das du es warst und bist. Du bereicherst jeden Tag und ich bin dankbar für das was wir haben und auch nicht haben. Wo es mich hinbringen wird oder dich, weiß ich nicht aber ich glaube fest daran das es seinen Sinn hatte. Dafür gehörte dir schon immer mein Herz, ich wusste es nur nicht.

Ich fand einen anderen wunderbaren Menschen. Ein Misanthrop so sagt er selbst, aber er gehört zu den wunderbarsten Menschen die ich je kennenlernen durfte und ich bin stolz darauf ihn Freund nennen zu dürfen, auch wenn das jetzt wahrscheinlich schon wieder übergriffig ist. Wenn du das hier liest: Für dich stehe ich auch nachts um drei ohne Diskussion auf wenn`s sein muss. Du bist ein toller und warmherziger Mensch. Lass dir von niemandem was anderes erzählen und ich wünsche dir alles Glück der Welt. Wenn es einer verdient hat, dann du! Unsere Telefonate sind jedesmal eine Bereicherung, dümpeln von tiefsinnig , zu albern, zu ernst, zu Blödsinn und ich lache mich jedesmal kaputt und meine Welt ist in diesen Stunden ein besserer Ort. Danke dafür! Ich möchte davon keine Minute mehr missen.

Es folgten so viele weitere fabelhafte Menschen auf Twitter die mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ich mag jeden Einzelnen von euch auch wenn ich von vielen gar nicht den Namen kenne. Eure privaten Nachrichten, eure Tweets, eure Replies machen Twitter irgendwie zu einem zu Hause und ich bin gerne bei euch, auch wenn euere Musikempfehlungen wirklich wirklich richtig schlecht sind…mit wenigen Ausnahmen.

ES IST EBEN NICHT NUR TWITTER!

Ich verbrachte tolle Stunden mit euch, im virtuellen Leben und im echten Leben. Wir lachten, wir trauerten, wir schüttelten den Kopf, wir sahen uns ganz ungeschminkt mit zerzausten Haaren, wir stritten und vertrugen uns wieder. Ihr wisst wer ihr seid und auch euch liebe ich von Herzen. Auch wenn es zwischenzeitlich Differenzen bezüglich der richtigen Backwarenbezeichnung gibt oder ob Sesam auf eine Pizza gehört oder nicht. Am Ende ist nur wichtig, dass man gerne beisammen ist und gemeinsam miteinander lachen kann. Ich umarme euch alle und bleibt bitte so wie ihr seid. Ihr gehört ausnahmslos zu den Besten.

Kommt gut ins neue Jahr! Wir sehen uns dann drüben.

Rechtschreibfehler dürfen wie immer behalten werden .

Veröffentlicht von schwesterunbequem

Alles im Blog unter der Rubrik "Über" nachzulesen

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